© Magdemedien GmbH • Woche X
© Magdemedien GmbH • Woche X

Müde bin ich, geh’ zur Ruh

Kixi auf Du und Du mit einem Nachtwächter in der Stadt 

„Hört, ihr Herrn und lasst euch sagen, unsere Glock hat zehn geschlagen.“ Diese Worte, liebe Kinder, waren von einem Nachtwächter zu hören, wenn er seinen nächtlichen Rundgang durch eine Stadt begann. Früher war die Nachtwächterei noch ein richtiger Beruf, der mit dem     Bestehen der ersten größeren Städte im Mittelalter aufkam. Die Nachtwächter sollten für Ordnung und Sicherheit sorgen und oft sagten sie auch bei ihren Streifzügen durch die Stadt zur vollen Stunde die Zeit an. Wenn jemand ihm nicht geheuer erschien, dann durfte der Nachtwächter ihn anhalten und fragen, was er denn zu nachtschlafender Zeit in der Stadt so treibe. Also wenn jemand von einem Gelage mit zu viel Wein kam und umhertorkelte, dann guckte der Nachtwächter erst mal, ob der nicht noch was anderes im Schilde führte mit seinem betüdelten Kopf. 
Ein Nachtwächter hatte immer eine Hellebarde dabei, so eine Art Beil an einer langen Stange, mit der man auch mal pieksen konnte. Damit konnte sich der Nachtwächter auch  verteidigen, wenn Räuber ihn überfallen wollten. Weiterhin hatte er noch ein Horn, in das er blasen konnte, wenn er eine Zeitansage machte und auch eine Laterne, damit er nicht stolperte im Dunkeln, denn es gab ja noch kein elektrisches Licht in den Straßen. Oft gehörte es auch zu den Aufgaben eines Nachtwächters, die Straßenlaternen alle einzeln anzuzünden, wenn die Sonne untergegangen war. Und wenn es wieder hell wurde, musste er sie natürlich auch wieder ausmachen. 

Also wenn sich andere in ihr warmes Bettchen gekuschelt haben, dann war der Nachtwächter am Schuften. Erst, wenn die Stadt wieder zum Leben erwachte und auch alle Schurken und bösen Buben anfingen, ihren Rausch auszuschlafen, konnte sich der Nachtwächter schlafen legen. Meistens verdienten Nacht-wächter nicht viel Geld und waren arm, obwohl ja die lieben Nachtwächter eine wichtige Aufgabe zu erfüllen hatten. Sie gehörten zu den sogenannten unehrlichen Berufen, genauso wie ein Henker oder ein Abdecker. Als Anfang des 20. Jahrhunderts dann die Straßenbeleuchtung erfunden wurde und die Polizei mehr für Ordnung und Sicherheit in den Straßen sorgte, hatten die Nachtwächter keine richtigen Aufgaben mehr und wurden mehr und mehr abgeschafft. Heute gibt es Nachtwächter nur noch aus Spaß. 
Nachts gibt es Straßenlaternen mit elektrischem Licht, die keiner mehr anzünden und wieder ausmachen muss. Na ok, manchmal will eine Stadt auch Geld sparen und dann sind manche Straßen auch ganz schön dunkel, aber das ist ja eine andere Sache. Und für Ordnung und Sicherheit sorgt heute eigentlich die Polizei, auch nachts. Wenn sie nicht gerade mit anderen Sachen beschäftigt ist, das soll auch vorkommen. In vielen größeren Städten gibt es heute Menschen, die ganz viel über die Stadt wissen und die ziehen sich dann wie ein Nachtwächter an, schnappen sich so eine Hellebarde, eine Laterne und ein Horn wie früher und erzählen den Menschen, die es interessiert, was in der Stadt frü- her so los war. Es werden lange Rundgänge durch die Straßen gemacht. Vielleicht könnt ihr ja mal eure Eltern überreden, ein bisschen länger aufzubleiben und dann nehmt ihr mal an einem Rundgang mit dem Magdeburger Nachtwächter Jeff Lammel teil. Ich hab meine Kixi-Mama schon gefragt und sie hat es mir erlaubt. 
Dann passt schön auf bei dem Rundgang und bleibt immer schön neugierig

Euer Kixi, das schlaue X

Kontakt

Woche X

Magdemedien GmbH
Morgenstr. 10c
39124 Magdeburg

Telefon:   0391 611780 0391 611780

Fax:         0391 6117878

 

Kontaktformular

 

Anzeigen schalten


Anrufen

E-Mail

Anfahrt